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	<title>seconds2real - street photography from germany and austria</title>
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		<title>Rudi Meisel Interview</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 09:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[news]]></category>
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		<category><![CDATA[Rudi Meisel]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Street Photography]]></category>

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		<description><![CDATA[This is part 2 of our little interview series with German street photographers. Rudi Meisel was born in Wilhelmshaven in 1949, has attended high school in Osnabrück and studied photography with Otto Steinert and Erich vom Endt at Folkwang School in Essen. Since 1971, nearly all the relevant weekly newspapers and magazines in Germany and <a href="http://www.seconds2real.com/2012/04/25/rudi-meisel-interview/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>This is part 2 of our little interview series with German street photographers. Rudi Meisel was born in Wilhelmshaven in 1949, has attended high school in Osnabrück and studied photography with Otto Steinert and Erich vom Endt at Folkwang School in Essen. Since 1971, nearly all the relevant weekly newspapers and magazines in Germany and the Western countries published his photographs. He is a founding member of the photo agency VISUM. In addition to photojournalism, he has worked occasionally for advertising and is now a lecturer also, working at the Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung and the VISUM-photography school in Berlin.</em></p>
<div id="attachment_4943" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4943" title="Foto: Rudi Meisel - Rustaveli Avenue Metro Station, Tbilisi Georgia 2007" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/GE-Tbilissi.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Rustaveli Avenue Metro Station, Tbilisi Georgia 2007" width="500" height="332" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Rustaveli Avenue Metro Station, Tbilisi Georgia 2007</p></div>
<p><em>This interview is in German. Click <a href="http://translate.google.com/translate?hl=de&amp;sl=de&amp;tl=en&amp;u=http%3A%2F%2Fwww.seconds2real.com%2F2012%2F04%2F25%2Frudi-meisel-interview">here</a> for a very rough translation by google.</em></p>
<p><span id="more-4936"></span><strong>Rudi Meisel, wie sind Sie zur Fotografie gekommen?</strong></p>
<p>Die Fotografie habe ich zum Ende meiner Schulzeit entdeckt. Als 18jähriger kurz vor dem Abitur, bin ich das erste Mal nach London gefahren. Ich war fasziniert von der Vielfalt der Stadt und mir liefen förmlich die Augen über vor Geschichten. Ich konnte das alles so schnell gar nicht fassen. Natürlich hatte ich eine Kamera dabei und fand in diesem Moment diese Kamera genau das richtige Werkzeug, um das alles irgendwie festzuhalten, und zu Hause erzählen zu können, so sieht es da aus &#8211; ist das nicht Wahnsinn?</p>
<p>Auf dem Gymnasium machte ich mit Freunden zusammen die Schulzeitung, deshalb war ich ein bisschen in diesem Metier drin – Fotos, Schwarzweisslabor, Layout, Schriften, Artikel schreiben, Reportagen zusammensetzen. Dort habe ich dann auch meine erste Geschichte mit  Fotos veröffentlicht und das war meine Entscheidung für die Fotografie. Wenn Sie in Fotografenbiografien reingucken oder in Biografien allgemein, werden Sie immer wieder entdecken, dass ein erster früher Erfolg &#8211; in Form von Respekt und Anerkennung &#8211; oft der Anstoß ist, zu sagen „Das mache ich, das kann ich.“ oder besser: „Das will ich können.“ Was einem in dieser  Alterspanne zwischen 15 und 25 gut gelingt – im positiven wie im negativen Sinne &#8211; bietet eine gute Selbsteinschätzung für die Berufswahl. Wenn in dieser Zeit jemand erfolgreicher Taschendieb ist, wird er immer wieder darauf zurückkommen, weil das mit Erfolg verbunden ist.</p>
<div id="attachment_4946" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4946" title="Foto: Rudi Meisel - Underground Station Strand, London 1970" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/UK-London1970.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Underground Station Strand, London 1970" width="500" height="330" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Underground Station Strand, London 1970</p></div>
<div id="attachment_4945" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4945 " title="Foto: Rudi Meisel - Neal Street, London 1967" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/UK-London1967.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Neal Street, London 1967" width="500" height="328" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Neal Street, London 1967</p></div>
<p><strong>Studiert haben Sie dann in Essen ?</strong></p>
<p>Ja. Durch Zufall bin ich 1969 an die Folkwangschule nach Essen geraten. Ich kannte den Namen Otto Steinert bis dahin nicht. Das erste Semester war eine harte Nummer. Ich hatte bis dahin keinen einzigen Film entwickelt und musste mir alles irgendwie abgucken. Im zweiten Semester war dann schon das Thema Auslandsreportage dran. Steinert sagte uns: „Wenn du den Daumen raushältst, bist du in spätestens in einer Stunde in Holland. Das ist schon Ausland. Wenn du das nicht schaffst, gehörst du auch nicht in diese Schule.&#8221; Steinert selbst hat nie journalistisch fotografiert. Er hat nicht kleine Steinerts geformt, sondern uns ermutigt, unsere eigenen Sachen zu machen. Aber es sollten tolle Bilder sein! Nur &#8211; was macht ein gutes Bild? Steinert hat uns immer wieder sehr gute Beispiele gezeigt, nur diese große Frage hat er uns im Grunde nicht beantwortet. Die fehlende Antwort haben wir uns zu Beginn unserer Freiberuflichkeit erarbeitet.  Bei VISUM diskutierten wir am meisten darüber, welches der gute Print und welches das bessere Bild ist. Was ist eine gute Geschichte?  Wann ist ein Bild gut?</p>
<p><strong>VISUM war also nicht nur eine kommerziell ausgerichtete Agentur, sondern auch für den Austausch der Fotografen untereinander sehr wichtig?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. So ein Gespräch untereinander, mit Kollegen und mit Freunden, die einen ziemlich lange kennen, ist schon eine sehr deutliche und klare Kritik. Solche Begegnungen sind weitgehend frei von Neid und Konkurrenz. Dieser Austausch hat uns als Gruppe nach dem Studium einen sehr großen Erfahrungsschub gebracht. Die Praxis und diese Art der Auseinandersetzung waren in unserem Studium zu kurz gekommen.</p>
<div id="attachment_4939" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4939" title="Foto: Rudi Meisel - S-Bahnhof Alexanderplatz, Berlin 1980" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/DDR-Berlin1980.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - S-Bahnhof Alexanderplatz, Berlin 1980" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - S-Bahnhof Alexanderplatz, Berlin 1980</p></div>
<p><strong>Neben journalistischen Arbeiten für Zeitschriften haben Sie hin und wieder auch für die Werbung fotografiert&#8230;</strong></p>
<p>Bei zwei, drei Geschichten hatte ich Glück. Ein Auftrag war für Löwenbräu. Ich trinke selbst kaum Bier und fotografiere nicht für Alkohol und Zigaretten, aber bei Löwenbräu ging es um Bayern, um tolle Fotos &#8211; und um Bier. Der Deal mit dem Art Director war, arbeite du mit den Werbefotografen und gib uns (Dirk Reinartz und mir) jedem ein Auto und einen Kofferraum voll Filme und lass uns eine Woche arbeiten, zahl uns ein normales Magazinhonorar und dann dick für jedes Foto, das in die Auswahl kommt. So hatten wir das Risiko geteilt und am Ende die meisten Fotos in der Präsentation. Ich war frei, meine Bilder zu finden, ohne Assistent, ohne Lichtmaus und ohne Art Director.</p>
<p>Bei diesem Auftrag entdeckte ich die Muße beim Sitzen und Biertrinken. An Regentagen war mir die Melancholie noch stärker aufgefallen – Männer gehen in den Münchner Hirschgarten, holen sich ein Glas aus dem Schrank, füllen die mitgebrachte Bierflasche ein, sitzen unterm Regenschirm und legen die Geldtasche auf das Glas, damit es nicht reinregnet. Solch eine Szene von Schwermut hat mich wirklich gerührt. (Der Werbeleiter fand die Szene im verregneten Biergarten als Werbebild leider zu traurig.) Hier war Alltag mein Thema, Bier als Grundnahrungsmittel.</p>
<p><strong>Haben Sie diese Szenen direkt fotografiert oder später für den Werbeauftrag nachgestellt?</strong></p>
<p>Nein nein, diese Szenen habe ich entdeckt und unmittelbar fotografiert, habe dann die Leute angesprochen, dass das Bild möglicherweise für eine Ausstellung ist – ich würde Sie gerne einladen. So bekam ich die Adresse, aber noch nicht das Einverständnis einer Veröffentlichung, das war dann Sache der Agentur. Das war in der 1980er Jahren also lange vor Digitalkameras und Internet. Ein solches  Gespräch kann ich nur nachträglich haben, sonst ist die Situation vorbei.</p>
<p>So mache ich das auch heute bei meiner Straßenfotografie, wenn ein Gespräch entsteht, was ich aber nicht suche. Auf der Strasse bin ich ein Voyeur und bewege mich als Flaneur. Das einzige, was ich von mir preisgebe, ist meine Erscheinung: mein Auftreten, Augenkontakt, auch Kleidung gibt immer ein Signal. Da habe ich ein wenig Erfahrung, was in diesem oder jenem Umfeld funktioniert.</p>
<div id="attachment_4938" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4938" title="Foto: Rudi Meisel - Hauptbahnhof, Essen 1982" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/BRD-Essen1982.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Hauptbahnhof, Essen 1982" width="500" height="331" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Hauptbahnhof, Essen 1982</p></div>
<p><strong>Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Straßenfotografie?</strong></p>
<p>Mein Ziel ist, eine leichte Begegnung, eine Entdeckung, einen zauberhaften Moment einzufangen. Die Leute sehen auf meinen Fotos meist besser aus als in Wirklichkeit. Ich finde, meine Fotos müssen formal wie inhaltlich schön sein. Ich versuche, den Zauber der Person – vielleicht sogar der Persönlichkeit – zu entdecken. Mit Worten klingt das sicher kitschig. Gelegentlich sehe ich auf dem Kontaktbogen zehn, zwanzig, dreißig oder noch mehr Bilder von derselben Person und merke: Nee, das sind alles Gurken. Es trifft die Sache nicht, ich habe nur die Person erwischt mehr nicht. Also: weg damit. Es kommt noch etwas hinzu: ich fotografiere nicht nur die Person, sondern auch immer ein bisschen die Welt drum herum: Design, Mode, Autos – dann sehe ich möglicherweise das Bild in einigen Jahren ganz anders. Der Blick wird sich ändern. Später sehe ich, was für ein tolles Auto! Man guckt das Bild dann anders an – es hat sich aufgeladen. Ich empfinde es als eine große Freiheit, ein Glück, durch eine Stadt wie Berlin zu gehen und diese Vielfalt wahrzunehmen. Berlin ist von dieser Vielfalt geprägt wie keine andere deutsche Stadt. Hier müssen Sie gewärtig sein, alle möglichen Typen zu treffen &#8211; immer.</p>
<p><strong>Ist das so?</strong></p>
<p>Ja, Berlin ist von so einer großen Vielfalt, dass ich mich gelegentlich auf der Straße umdrehen muss und denke „Woran leidet die wohl?“ oder „Wo kommt der denn her?“. Gerade in den inneren Bezirken ist es Pflicht, seine selbstsichere Individualität vorzuführen, dass ich gelegentlich sage „Berlin ist eine große Klapsmühle und ich gehöre zum Personal.“ Dieses Straßentheater gelegentlich an einer großen Kreuzung stehend zu beobachten, ist eine große Entdeckung.</p>
<div id="attachment_4940" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4940" title="Foto: Rudi Meisel - Volkmarsdorf, Leipzig 1984" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/DDR-Leipzig1984.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Volkmarsdorf, Leipzig 1984" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Volkmarsdorf, Leipzig 1984</p></div>
<p><strong>Trotzdem es so verrückt ist, suchen Sie aber die Schönheit in den Menschen?</strong></p>
<p>Ich reagiere auf attraktive Bewegung und Kleidung – die ganze Erscheinung. Interessante Männer, attraktive Frauen. Ich arbeite nicht mit langen Brennweiten, ich bin immer nah dran, so um drei Meter. Und ich versuche auch immer zwei Geschichten in ein Bild zu bekommen – eine Person und noch eine andere dazu. Als ganz schlimm empfinde ich Freakshows in der Straßenfotografie, wo der Fotograf nur rumgeht und Leute abknallt. Diese Untersichten, bei denen die Kamera vor dem Bauch ist und der Fotograf nicht das Bild kontrolliert, bei denen die Leute gar nicht mitbekommen, dass sie fotografiert werden, empfinde ich als feige. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich will den Leuten auf Augenhöhe begegnen. Man kann sich dieses Einverständnis „erschleichen“ und hinterher sagen „Sie haben mir ein wunderbares Bild geschenkt“. Oder wenn die Leute anfangen zu posen kann man sagen „Wissen Sie, ich bin ein alter Mann mit alter Kamera, wir werden beide nicht berühmt damit, aber lassen Sie mich mal unbeachtet arbeiten“. Bislang konnte ich mich da rauswinden. Wenn ich merke, dass einer deutlich ablehnt, sich dabei die Zeitung vor&#8217;s Gesicht hält, dann höre ich sofort auf, dieses Bild zu verfolgen. Wahrscheinlich bin ich zu harmoniebedürftig. Und wenn ich so durch die Stadt flaniere, und nach einem vermeintlich gutem Bild wie auf einem Trip bin und mir jemand nach einer Stunde oder mehr unerwartet die Hand auf die Schulter legt und mich fragt „Was machen Sie hier eigentlich?“, dann falle ich wie aus Wolken, als würde ich als Dieb erwischt. Dann bin ich völlig entgleist, aus der Spur und brauche sicher wieder ´ne Stunde um da wieder hinzukommen. Und wenn mich einer richtig ausschimpft, weil er ja überall durch Kameras beobachtet wird und jetzt den leibhaftigen Bilderteufel vor sich hat, nämlich jemanden mit einer Kamera!, dann bin ich manchmal für den Rest des Tages zu diesem Thema nicht mehr fähig.</p>
<p><strong>Reagieren die Leute auf Sie als Straßenfotograf in Berlin anders als in anderen Städten?</strong></p>
<p>Meine leidige Erfahrung ist, dass die Deutschen sehr unfreundlich bei diesem Thema sind. Besonders in Berlin. Anwälte machen für Geld alles, jeder hat eine Rechtschutzversicherung und ist bereit, sofort zu drohen. Da gibt es andere Städte, wo da mit sehr viel größerer Gelassenheit reagiert wird. London zum Beispiel &#8211; die Engländer sind freundlich und höflich, auch in Ihrer Ablehnung. Das ist anders als hier. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang die Popularität von Viviane Maier. Ich schaue mir dieses Galerienpublikum sehr genau an. Es gibt eine große Neugierde auf diese Bilder, eine Freude am Besichtigen und Entdecken der Geschichten, aber eine strikte Ablehnung heute selbst daran mitzuwirken, also auf einer Straßenfotografie entdeckt zu werden. Dieselben Leute, die mit Vergnügen diese Bilder betrachten, würden sich heute anwaltlich dagegen wehren, fotografiert zu werden.<br />
Das finde ich schade, eigentlich verlogen. Übrigens werde ich selbst häufig fotografiert, weil ich oft mit Anzug und Hut rumlaufe. Das finden die Leute offenbar chic. Was soll’s? Was ich dabei denke, kann (noch) keiner fotografieren.</p>
<p>Es geht mir mehr um eine Menschlichkeit, eine Kommunikation im öffentlichen Raum. Wenn sich zwei Leute buchstäblich berühren. Wie bei Jean-Jaques Sempé, dem französischen Karikaturisten, der genau diesen Blick hat: einer guckt auf diese Welt und ist in seinem Glück versponnen, obwohl man auf dem gleichen Bild sieht, diese Welt ist doch furchtbar unübersichtlich und nicht zu verstehen. Aber Sempés Figur hat ein kleines Glück -  vielleicht das Gespräch mit seiner Katze. So etwas suche ich auch.</p>
<div id="attachment_4947" class="wp-caption alignnone" style="width: 338px"><img class="size-full wp-image-4947" title="Foto: Rudi Meisel - Onslow Gardens, London 2000" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/UK-London2000.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Onslow Gardens, London 2000" width="328" height="500" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Onslow Gardens, London 2000</p></div>
<p><strong>Gibt es wesentliche Unterschiede in der Herangehensweise bei Ihrer Straßenfotografie und Ihrer Reportagearbeit?</strong></p>
<p>Ja. In der Straßenfotografie bin ich viel offener. Auch für Enttäuschungen. Oft laufe ich den ganzen Tag herum und am Ende der Reise ist nichts dabei rumgekommen. Bei der Straßenfotografie muss ich offen sein wie ein Kind, staunend umherlaufen und Leuten folgen, die ich interessant und attraktiv finde. Ich bin ganz spontan und impulsiv und weiß nie, wie es ausgeht &#8211; wie auf einem Trip. Ich trage ein Jackett, bin telefonisch nicht erreichbar, habe eine Tageskarte von der BVG (öffentlicher Nahverkehr in Berlin, Anmerkung d. Red.) dabei, damit ich schnell mal in einen Bus oder eine Bahn springen kann, und bin ansonsten ganz frei und wach. Ich habe nur kleines Besteck dabei, 1 Kamera, zwei, drei Objektive, davon 50mm als längste Brennweite.</p>
<p>Bei einer Reportage hingegen bin ich mir schon vorher im Klaren was ich eigentlich erzählen will und wie. Oft lese ich vorher darüber, mache erst eine Locationtour und überlege dann, wie ich vorgehe, wie die Geschichte aufgebaut sein soll und wievielt Zeit ich brauche. Ich stelle also andere Fragen als bei der Straßenfotografie. Und meine Ausrüstung ist mit Objektiven, Stativ und Blitz deutlich größer.</p>
<div id="attachment_4948" class="wp-caption alignnone" style="width: 342px"><img class="size-full wp-image-4948" title="Foto: Rudi Meisel - Hay Hill / Dover Street, London 2006" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/UK-London2006.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Hay Hill / Dover Street, London 2006" width="332" height="500" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Hay Hill / Dover Street, London 2006</p></div>
<p><strong>Verfolgen Sie die Arbeit jüngerer Straßenfotografen? Gibt es welche, die Sie beeindrucken oder sind es nach wie vor eher die alten Meister, die für Sie Vorbild sind?</strong></p>
<p>Mich beeindrucken doch zuerst die Klassiker. Beispielsweise gab es kürzlich in Berlin die Ausstellung von Friedrich Seidenstücker. Bei dieser Ausstellung ging man durch und kam ein bisschen besser gelaunt wieder raus als man rein ging. Was kann künstlerische Arbeit mehr, als die Leute berühren? Zum Lachen oder zum Weinen bringen? Das ist eigentlich das höchste Ziel von Kunst. Das geht mir bei Elliott Erwitt ähnlich. Man schaut diese Schwarzweissfotos an und denkt „Ha! – das Leben ist doch schön, oder?“. Es berührt einen – und das mit einer großen Leichtigkeit. Doch &#8211; mir gefallen auch jüngere deutsche Kollegen: bei Andreas Herzau finde ich bei seinen Straßenfotos in Moskau und Istanbul gute Farbbilder, Frank Silberbach erzählt ganze Kurzgeschichten im schwarzweissen Panoramaformat und Gören Gnaudschun hat eine Szene junger Drop-outs im Zentrum Berlins nah und emphatisch farbfotografiert. Seit langem beobachte ich mit grossem Vergnügen die Farbbilder von Alex Webb.</p>
<p><strong>Trotzdem verfolgen Sie aber auch die neueren Vertreter der Street Photography?</strong></p>
<p>Sicher. Es gab letzten Sommer dieses London Street Photography Festival. Ich habe mir die Einsendungen im Netz angesehen und gemerkt, dass die etwas anderes suchen: den ganz kurzen, zufälligen Moment, weniger die Geschichte. Z.B. gab es dort dieses Foto, auf dem jemand vor einem Geldautomat steht, davor ist alles ausgekotzt und der Typ, der Geld zieht, steht breitbeinig über der Kotze und ist von hinten fotografiert. Da dachte ich: Okay, das ist schon ein toller Moment. Ich mag symmetrische Bilder eher nicht, ich will mehr Tiefe und Ruhe. Da merkte ich: diese schnellen Wilden, nenne ich sie mal, haben eine andere Sicht auf das Leben.</p>
<p>Ich muss dazu noch mal etwas zurückgehen: in unserer Studienzeit ging es um journalistische Fotografie. Wir wollten im Grunde mit einer Kleinbildkamera und tollen Geschichten die Welt erkennen, erklären und natürlich verändern. Dann folgte die Anerkennung der Fotografie durch den Kunstmarkt. Die Bechers und deren Schüler mit dieser Art von Konzept- und vorausgedachter Fotografie waren plötzlich keine Dokumentarfotografen mehr, sondern Künstler. Mit deren Fotos verschwand der Moment aus der Fotografie. Während wir noch von Cartier-Bressons „decisive moment“ geprägt waren, ging es in diesen Großbildfotografien gar nicht um den Moment. Es geht hier immer um Ewigkeitsbilder, die eine halbe Minute belichtet sind, da kann ich nicht auf die Schrittfolge von zwei Personen achten. Mit der digitalen Technik ist dann der Moment wieder  zurückgekommen. Plötzlich können wir mit den höheren Empfindlichkeiten auch ganz andere Themen in Augenschein nehmen. Die aktuellen Fotokameras sind ja inzwischen fast Nachtsichtgeräte. Man kann jetzt auch bei schlechtem Wetter tolle Bilder machen, das war so früher alles gar nicht möglich. Und davon sind natürlich die neuen Entdecker der Straßenfotografie geprägt: die sagen „Jetzt kann man alles machen – also machen wir alles!“ Ich merke, dass sich in der Straßenfotografie sehr viele Strömungen entwickelt haben und Vielfalt gefällt mir immer. Jeder kann seine Bemerkungen zu einem Thema in Form von Bildern machen und diese Art von Auseinandersetzung finde ich interessant.</p>
<div id="attachment_4944" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4944" title="Foto: Rudi Meisel - Széchenyi Lánchíd (Kettenbruecke), Budapest 2007" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HU-Budapest2007.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Széchenyi Lánchíd (Kettenbruecke), Budapest 2007" width="500" height="332" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Széchenyi Lánchíd (Kettenbruecke), Budapest 2007</p></div>
<p>Die Straßenfotografie ist ein Feld, auf dem man sich vielfältig versuchen kann. Jetzt, da die Straßenfotografie wieder Beachtung findet, ist die Vielfalt wieder hergestellt. Die ganzen 1980er und 1990er Jahre hingegen bin ich gelegentlich belächelt worden mit meiner schwarzweissen, romantischen Straßenfotografie.<br />
Nebenbei, ich finde Andreas Gurskys Arbeiten vor 1993 sehr interessant. Da hat er tolle Bilder in der Umgebung von Düsseldorf gemacht, in einem Umkreis von 40km um seinen Wohnort. Autobahnen, Leute die sonntags den Fliegern in Düsseldorf hinterher gucken…. halb journalistisch und immer mit einer gewissen Komik.<br />
Das ist ganz wenigen jungen Fotografen gelungen, dass sie in ihrer vertrauten Umgebung Bilder machen, die noch Jahrzehnte später richtig gut sind.</p>
<p><strong>Gibt es für Sie eine typisch deutsche Straßenfotografie?</strong></p>
<p>Nein &#8211; wie gesagt, die Vielfalt gefällt mir.</p>
<p><strong>Sie dozieren auch. Zum Beispiel an der Ostkreuzschule und auch an der VISUM-Fotoschule in Berlin. Was macht die Arbeit mit den Schülern für Sie spannend?</strong></p>
<p>Bei einer Unterrichtssituation ist es für mich immer ein Gewinn, irritiert zu werden. Dass bei mir selbst auch Regeln in Frage gestellt werden. Wo ich denke: das hätte ich so nie gemacht, das kann man so eigentlich nicht machen und ich sehe mir die Bilder an und sage mir „Gar nicht schlecht. Eigentlich ist alles falsch gemacht, aber es sind dennoch gute Bilder!“ Dann gilt es zu gucken und zu diskutieren, wie ist das gemeint? Warum finden die das jetzt gut? Was sind deren Vor-Bilder ?</p>
<p>In dem Zusammenhang finde ich es immer wieder erstaunlich, wie sehr wir Fotografie mit dem Gehirn sehen, also unser bisheriges Leben dazu befragen. Was habe ich schon gesehen? Was ist mir vertraut? Was kann ich entschlüsseln? Und das, obwohl die Fotografie ihrem Wesen nach die Oberfläche abbildet. Sie kann nur die Äußerlichkeiten abbilden, das heißt, sie ist Projektion. Wie eine schöne Frau eine Projektionsfläche ist. Ob ich mit der befreundet sein möchte? Möglicherweise ein Irrtum, eine große Enttäuschung! Mit zunehmendem Alter differenziert man mehr. Jedes Foto hat, wenn es gut ist, auch ein Geheimnis. Man guckt drauf und kann das Geheimnis nicht ganz entschlüsseln. Das ist das Wesen von guter Fotografie, es wird einem nicht alles erzählt.</p>
<p><strong>Besten Dank für dieses Interview.</strong></p>
<p>Das Gespräch führte Christian Reister.</p>
<p><strong>Links</strong></p>
<p><a href="http://www.pixelprojekt-ruhrgebiet.de/serie.php?serien_id=6714&amp;id_language=1">Bildstrecke Alltag im Ruhrgebiet,  Rudi Meisel 1979 &#8211; 1985</a><br />
<a href="http://loftgalerie.de/de/inhalte/fotografinnen/r_meisel/portfolio_oif.html">Leben in den Städten &#8211; Ausstellung in der Loftgalerie, Berlin</a><br />
<a href="http://visum-images.de/fotografen/rudi-meisel">Rudi Meisel bei VISUM</a><br />
<a href="http://www.visum-fotoschule.de/Rudi-Meisel">Rudi Meisel, Dozent auf der VISUM Fotoschule</a><br />
<a href="http://www.ostkreuzschule.de/index.php?page=Rudi-Meisel">Rudi Meisel, Dozent bei der Ostkreuzschule</a></p>
<div id="attachment_4942" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-4942" title="Foto: Rudi Meisel -  Invalidenstrasse Ecke Chausseestrasse, Berlin-Mitte 2009" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/DE-Berlin2009.jpg" alt="Foto: Rudi Meisel - Invalidenstrasse Ecke Chausseestrasse, Berlin-Mitte 2009" width="500" height="332" /><p class="wp-caption-text">Foto: Rudi Meisel - Invalidenstrasse Ecke Chausseestrasse, Berlin-Mitte 2009</p></div>
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		<title>Andreas Herzau Interview</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2012/04/10/andreas-herzau-interview/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 01:44:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Herzau]]></category>
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		<category><![CDATA[Street Photography]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Herzau, one of the best known contemporary street photographers from Germany, was kind enough to meet us for an interview in his apartment in Hamburg. We talked about his outstanding new book &#8220;<a href="http://www.andreasherzau.de/photos/essays/moscowbookrelease/">Herzau &#124; Moscow &#124; Street</a>&#8221; as well as his previous book projects, about his unique style and street photography in general. <a href="http://www.seconds2real.com/2012/04/10/andreas-herzau-interview/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Andreas Herzau, one of the best known contemporary street photographers from Germany, was kind enough to meet us for an interview in his apartment in Hamburg. We talked about his outstanding new book &#8220;<a href="http://www.andreasherzau.de/photos/essays/moscowbookrelease/">Herzau | Moscow | Street</a>&#8221; as well as his previous book projects, about his unique style and street photography in general.</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4832" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_15.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="440" /></p>
<p><em>This interview is in German. Click <a href="http://translate.google.com/translate?hl=de&amp;sl=de&amp;tl=en&amp;u=http%3A%2F%2Fwww.seconds2real.com%2F2012%2F04%2F10%2Fandreas-herzau-interview">here</a> for a very rough translation by google.</em></p>
<p><span id="more-4822"></span></p>
<p><strong>Dein neues Buch „<a href="http://www.andreasherzau.de/photos/essays/moscowbookrelease/">Herzau | Moscow | Street</a>“ führt uns durch Moskau, eine Metropole, die wie du im Vorwort zum Buch schreibst, auch über zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs den meisten aus dem Westen noch recht unbekannt ist. Wie kam es zu dem Buch?</strong></p>
<p>Nun, die ehrlichste Antwort ist: ich war einfach neugierig. Ich wollte Moskau kennenlernen, auch ein bisschen als Pendant zu New York. Das erste mal war ich für dieses Projekt alleine in Moskau, ohne Anlass, einfach um mich der Stadt anzunähern. Dann fügte sich irgendwie alles: ich hatte zu der Zeit ein Arbeitsstipendium in Sibirien und kam auf meinen Wegen immer über Moskau. So konnte ich Moskau als neues Terrain für mich erschließen. Ein Ansporn für das Buch war auch, dass es über Moskau nicht meterweise Bildbände gibt, im Gegensatz zu beispielsweise New York.</p>
<p><strong>Du hast dann mehrere Jahre an dem Projekt gearbeitet?</strong></p>
<p>Nein, ich habe das sehr konsequent innerhalb von ca. eineinhalb Jahren fotografiert. Ich bin bei einer solchen Arbeit sehr fleißig. Ich gehe da hin und arbeite 10 Tage von morgens bis nachts. Ich mache da sonst nichts anderes. Insgesamt waren es fünf Aufenthalte von unterschiedlicher Länge.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4828" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_03.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="440" /></p>
<p><strong>Wie fühlt es sich an, in Moskau auf der Straße zu fotografieren? Hast du dich manchmal unsicher gefühlt?</strong></p>
<p>Nun &#8211; ich bin ein Kind des Kalten Krieges. Ich habe gelernt, dass alles was östlich der Elbe liegt suspekt und böse ist. Das ist natürlich – auch wenn man sich offen macht – in einem drin. Wir sind es auch nicht gewohnt, die Mimik und die Gesten zu lesen und zu verstehen, die die Leute, die in Moskau leben, an den Tag legen. Die sind einfach anders als hier. Verhaltener und für unseren Geschmack wirken sie teilweise ruppig oder unfreundlich, was aber nicht so gemeint ist. Das ist eher eine Art von Zurückhaltung oder Skepsis.</p>
<p>Als Europäer ist man in Moskau eingeschüchtert aufgrund der Größe der Stadt, aber auch weil man die Zeichen und die Schrift nicht lesen kann. Man spricht die Sprache nicht und man kann nicht mit vielen Konversation auf englisch betreiben. Man ist sehr allein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4831" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_02.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="440" /></p>
<p>Insgesamt ist natürlich auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation die Taktung in Moskau härter als in Berlin, New York oder anderen Metropolen. Die Leute, die in Moskau leben, kämpfen ums Überleben. Sie kämpfen für ihr Dasein, für ihre Arbeit. Und die Wege sind irrsinnig weit. Man muss als Moskauer jeden Morgen mit hundertaused Anderen, die die Gänge verstopfen, eine Dreiviertel Stunde mit dreimal Umsteigen durch diese Metro hindurch. Das ist einfach anstrengend. Das prägt die Atmosphäre. Ich habe aber bis auf einen durchgeknallten Typen, der mich als Spion verhaften lassen wollte, keine negativen Erfahrungen gemacht.</p>
<p><strong>2003 erschien das Buch „New York“ von dir, es gab „Istanbul“ (2010), ein „Deutschland-Buch“ (2006) – mehrere Bücher, die Städte oder Länder zum Thema haben. Sind sie als eine Art Serie zu sehen oder eher „so entstanden“? Gibt es eine Masterplan und Pläne für weitere Städte?</strong></p>
<p>Es gibt eher den Masterplan, keine Städte mehr zu machen&#8230;</p>
<p>Nein &#8211; jedes Buch ist mit einem ganz anderen Hintergrund entstanden. Nach <a href="http://www.andreasherzau.de/books/09/newyork/">New York</a> war ich z.B. von der Zeitschrift art zu einem Streitgespräch zu Sinn und Unsinn von über die Zukunft des Fotojournalismus mit Gilles Peress eingeladen. Da war ich das erste Mal in New York und fand das spannender als gedacht. Ich habe dort angefangen zu fotografiere und hatte das für mich als Projekt zuerst auf ungefähr 10 Jahre angelegt. Durch die Anschläge vom 11. September wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht und aus dem Projekt wurde etwa ganz anderes als ursprünglich geplant – ich konnte dann nicht mehr einfach weiter als Flaneur durch die Staßen gehen. Es war für mich eine Herausforderung, mich mit diesen vorhandenen Bildern von der meistfotografierte Stadt der Welt, die jeder kennt, auseinander zusetzen und mich daran zu reiben. Die ersten Bilder haben damals sehr viel Zuspruch erfahren, auch in Form von Printverkäufen, was dem Projekt enormen Rückenwind gab.</p>
<p>Das Buch „<a href="http://www.andreasherzau.de/books/09/indien/">Calcutta Bombay / Eight days by Taxi</a>“ war eigentlich ein Auftrag für die Zeitschrift Brigitte, aus dem dann auch ein Buch wurde.</p>
<p>„<a href="http://www.andreasherzau.de/books/09/deutschland/">Deutschland</a>“ wiederum war der Startschuß für meine Idee gewesen, mich mit Europa auseinander zusetzen. Ich wollte bewusst erst mal vor der eigenen Haustüre kehren, weil das immer das schwierigste ist. Daraus sind dann die Ideen zu „Istanbul“ als Stadt an der Schnittgrenze Europas und Moskau als Stadt hinter der Grenze entstanden. Ich wollte mich auf Europa eher von den Rändern aus hinbewegen. Es gibt also ein paar lose Ideen, die die Bücher zusammenhalten, aber keinen Masterplan.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4865" title="Andreas Herzau / aus &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_041.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="440" /></p>
<p><strong>Auch schon mal über ein Hamburg-Buch nachgedacht? Du wohnst in dieser Stadt ja seit über 20 Jahren. Fotografierst du hier viel auf der Straße?</strong></p>
<p>Ich finde Hamburg eher langweilig. Hamburg ist so&#8230; (überlegt) &#8230;behäbig, rundgelutscht und sozialdemokratisch weichgespült.</p>
<p>Ich bin einmal spät – so gegen halb elf, elf – alleine, mit Zeit und mit der Kamera durch die Stadt gelaufen und habe dort fotografiert. Ich bin sonst nie nachts in der Innenstadt. Das fand ich ziemlich spannend – diese Zwischenzeit: Verkäuferinnen gehen nach hause, die Leute räumen auf, dazwischen ein paar Fetengänger, die ersten Straßenreinigungsarbeiten. Das ist jetzt aber nicht speziell Hamburg – eher „die Stadt bei Nacht“. In der Straßenfotografie kommt das in einzelnen Bildern zwar immer mal wieder vor, aber nicht als konzeptionelle Arbeit. Etwas in die Richtung würde mich reizen, aber Hamburg im speziellen interessiert mich nicht so sehr.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4845" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_11.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" height="660" /></p>
<p><strong>Was ist deine Auffassung von guter (Straßen-) Fotografie und was fasziniert dich so an ihr?</strong></p>
<p>Diese Städtethemen machen mir großen Spaß, weil das Machen an sich so toll ist. Ich mache das einfach mit einer unglaublichen Begeisterung, komme da ein bisschen in einen anderen Aggregatzustand, sauge alles in mich auf. Zu gestalten, zu formen, in dieses Rechteck zu pressen, auch das was ich empfinde – diese Übersetzungsleistung. Das funktioniert für mich so reibungslos, so dass mir das einfach großes Vergnügen macht.</p>
<p>Es ist auch eine Methode, mich mit der Fragestellung auseinander zusetzen: Wie fotografiere ich als dokumentarischer Fotograf, der überwiegend an gesellschaftlichen Zuständen interessiert ist, heute bestimmte Themen, die gesellschaftliche Relevanz haben? Die Street Photography in der Art wie ich sie mache, ist da eine Antwort darauf, wobei sie aber sehr allgemein bleibt. Die Bilder spiegeln eine gewisse gesellschaftliche Realität wider und jedes mal, wenn ich auf die Straße gehe, bin ich mit der Jetztzeit konfrontiert. Die Straße ist die Bühne und die Stadt bildet die Kulisse für ein zeitgemäßes Stück.</p>
<p>Aber: es bleibt auch ein bisschen undefiniert. Und ich habe das Gefühl, dass es für Dokumentarfotografen wichtig geworden ist, wieder mehr Stellung zu beziehen. Straßenfotografie ist sehr feuilletonistisch und ich habe manchmal das Gefühl, man ist mit diesem – ich nenne es jetzt einfach mal Fotojournalismus – ein bisschen am Ende. Jedenfalls mit so ganz bodenständigen Themen wie z.B. Armut. Wie fotografiere ich heute Armut, ohne einer 80er-Jahre-Betroffenheitsfotografie zu verfallen sondern einen intelligenten Beitrag zu leisten und etwas sichtbar macht, was heutzutage nicht mehr so einfach sichtbar ist? Oder: wie fotografiere ich Krieg?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4846" title="Andreas Herzau / aus &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_09.jpg" alt="Andreas Herzau / aus &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="440" /></p>
<p><strong>Stilistisch fallen an deinen Arbeiten zwei Stilmittel auf, die für dich sehr markant sind: Die oft geringen Tiefenschärfen und der Mix aus Farbe und Schwarzweiß. Gerade letzteres ist gemeinhin eher verpönt, funktioniert aber in deinen Büchern als wäre das die normalste Sache der Welt. Ist das ein bewusstes Verweigern von Konventionen?</strong></p>
<p>Ich unterscheide zwischen Buntfotografie und Farbfotografie. Farbfotografie ist für mich eine Fotografie, in der Farbe als bewusstes Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Bilder, die in Schwarzweiß keinen Bestand hätten. So wie es auch Schwarzweißfotos gibt, die durch die Abstraktion ins schwarzweiße nur als Schwarzweißfoto funktionieren.</p>
<p>Buntbilder hingegen sind eher langweilig. Da ist zwar Farbe drin, es ist aber egal, ich nehme sie nicht wahr. Aus diesen Standpunkten heraus gibt es in meinen Serien Bilder, die nur mit oder nur ohne Farbe funktionieren.</p>
<p>Die Fotos im Moskau sind noch analog entstanden. Ich habe mit zwei Gehäusen gearbeitet – eins mit Schwarzweiß-, eins mit Farbfilm. Das wurde nicht nachträglich umgewandelt und entstand aus dem Bedürfnis heraus, beide Möglichkeiten bewusst einzusetzen und es nicht als Gegensatz zu empfinden.</p>
<p>Es gibt auch einen inhaltlichen Aspekt: in Moskau z.B. ist es sehr interessant, wie ich um eine Ecke biege und mich wie in der tiefsten Sowjetunion fühle, um die nächste Ecke habe ich aber plötzlich das Gefühl, in Paris oder Mailand gelandet zu sein. Das Schwarzweiße steht für eine Referenz in die Vergangenheit, die Farbe für die Jetztzeit.</p>
<p>Letztlich ist die Mischung aber auch ein Spaß am Scratchen. Denn das ist es letzlich: wie das Scratchen in der Musik.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4830" title="Andreas Herzau / aus &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_01.jpg" alt="Andreas Herzau / aus &quot;Herzau Moskow Street&quot;" width="660" height="443" /></p>
<p><strong>Welche zeitgenössischen Fotografen haben dich in letzter Zeit beeindruckt?</strong></p>
<p>Aktuell gibt es immer wieder einzelne Arbeiten, die ich sehr spannend finde und wo ich merke, da ist klug nachgedacht worden. Wenn professionelle, lang arbeitende Fotografen klug nachdenken, kommen in der Regel auch kluge Fotos dabei raus. <a href="http://www.pieterhugo.com/">Pieter Hugos</a> „Permanent Error“ hat mich zum Beispiel sehr begeistert. Ein interessantes Thema, auf eine Art und Weise fotografiert, die nicht auf Emotionen abzielt, sondern mir einfach etwas klar macht.</p>
<p><strong>Die Straßenfotografie war ja recht lange eher eine Nische, wenn nicht sogar als altmodisch und überholt angesehen. In den letzten Jahren ist das Genre wieder sehr populär geworden. Es gibt immer mehr, die sich Straßenfotograf nennen und eigentlich nur Klischees reproduzieren. Siehst du dich als Teil des Genres oder gehst du lieber auf Abstand?</strong></p>
<p>Ich sehe mich schon als Teil dieses Genres. Ich bin &#8211; zumindest in Deutschland &#8211; recht bekannt für das was ich tue und das war auch vor zwanzig Jahren der Beginn meiner Karriere: ich bin einfach vor die Tür gegangen, habe fotografiert und habe diese Fotos angeboten. Sie sind gedruckt worden. So konnte ich bald besser davon leben als vom Schreiben, was ich zuvor gemacht habe. Erst als ich für die Magazine gearbeitet habe, wurden es Themen. Davor bin ich durch die Gegend gelaufen und habe fotografiert, was bei drei nicht auf den Bäumen war.</p>
<p>Für unseren Blog „<a href="http://hellonewyorkhellohamburg.blogspot.de/">Hello New York Hello Hamburg</a>“, den ich mit Stefan Falke zusammen betreibe, erhalten wir viele Einsendungen von Fotografen. Manches ist gut, aber es kommt da auch unglaublich viel Scheiß. All diese Motive „alte Oma auf dem Balkon mit Lockenwickler“, „kleine Kinder mit Wasserspritzpistole“, angeschnittene Hundeschwänze&#8230; Fotos, die nett sind, aber eine flache ästhetische Oberfläche sind, nichts mehr. Das Problem bei vielen dieser Fotos, die ich sehe, ist die enorme Beliebigkeit. Ich kucke mir das an, weil irgendjemand „Straßenfotografie“ drübergeschrieben hat und bin dann bitter enttäuscht. Es gibt da ja auch ein paar Hyperaktivisten, die jeden Furz, den sie machen twittern, posten, facebooken&#8230; unerträglich finde ich das.</p>
<p><strong>Was gibt es als nächstes von dir zu erwarten? Ausstellungen, sonstige Projekte?</strong></p>
<p>Jetzt kommt erstmal das neue Moskau Buch in die Läden, dann wird es im Sommer (Eröffnung 22.Juni 2012) bei meinem Galeristen Robert Morat eine Ausstellung mit neuen Arbeiten aus den letzten 4 Jahren geben. Für das kommende Jahr 2013 habe ich nun eine Anfrage für eine Werkschau &#8230;. also es gibt viel zu tun, aber es sind alles Projekte auf die ich mich sehr freue und in solchen Fällen kann ja Arbeit auch richtig Spaß machen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4848" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_10.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" height="660" /></p>
<p><strong>Besten Dank für das Interview.</strong></p>
<p>Das Gespräch führte Christian Reister.<br />
Alle Fotos auf dieser Seite sind dem neuen Buch von Andreas Herzau entnommen.</p>
<p><strong>Links</strong><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=FYu7xsuDmI4">Trailer zum neuen Buch</a><br />
<a href="http://www.andreasherzau.de">Website Andreas Herzau</a><br />
<a href="http://hellonewyorkhellohamburg.blogspot.de/">Blog von Andreas Herzau und Stefan Falke</a><br />
<a href="http://www.editionbraus.de/Neuerscheinungen/Moskau-Moscow-Street::113.html">Das neue Buch Herzau Moskow Street bei BRAUS</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4837" title="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/HERZAU_MOSCOW_121.jpg" alt="Andreas Herzau / aus demneuen Buch &quot;Herzau Moskow Street&quot;" height="660" /></p>
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		<title>Video from Seconds2Real&#8217;s Vienna exhibition</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 18:22:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Vienna]]></category>

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		<description><![CDATA[A video documentary from Seconds2Real&#8217;s exhibition at Anzenberger Gallery, Vienna. Up until April, 13th.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/39929333?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="640" height="360"></iframe></p>
<p>A video documentary from Seconds2Real&#8217;s exhibition at Anzenberger Gallery, Vienna. Up until April, 13th.</p>
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		<title>2 Seconds2Real photographers in LFI Magazine</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 09:58:30 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Guido Steenkamp]]></category>
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		<category><![CDATA[Siegfried Hansen]]></category>
		<category><![CDATA[Street Photography]]></category>

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		<description><![CDATA[The current issue of LFI Leica Magazine features seven pages with photographs of SeondsReal photographers Guido Steenkamp and Siegfried Hansen. The magazine is available as a German and an English version. <a href="http://www.lfi-online.de/ceemes//page/show/heft_aktuell_RELAUNCH/__language__=en">www.lfi-online.de</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The current issue of LFI Leica Magazine features seven pages with photographs of SeondsReal photographers Guido Steenkamp and Siegfried Hansen. The magazine is available as a German and an English version. <a href="http://www.lfi-online.de/ceemes//page/show/heft_aktuell_RELAUNCH/__language__=en">www.lfi-online.de</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4875" title="LFI Leica Magzine" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/lfi.jpg" alt="" width="642" height="473" /></p>
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		<title>Full house at Anzenberger Gallery</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:22:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fascination Street]]></category>
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		<category><![CDATA[Vienna]]></category>

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		<description><![CDATA[Thanks to everyone who has visited the Vienna exhibition so far. Approx. 250 to 300 people visited the opening night and the first regular opening days last weekend. In the context of the Seconds2Real group show <a href="http://orf.at/stories/2112272/">ORF</a> and <a href="http://viennarama.at/2012/03/29/interview-seconds2real/#more-4930">viennarama</a> published nice interviews, the Austrian Seconds2Real members were even invited to do a live radio <a href="http://www.seconds2real.com/2012/04/04/full-house-at-anzenberger-gallery/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Thanks to everyone who has visited the Vienna exhibition so far. Approx. 250 to 300 people visited the opening night and the first regular opening days last weekend. In the context of the Seconds2Real group show <a href="http://orf.at/stories/2112272/">ORF</a> and <a href="http://viennarama.at/2012/03/29/interview-seconds2real/#more-4930">viennarama</a> published nice interviews, the Austrian Seconds2Real members were even invited to do a live radio interview on Superfly radio. We have some photographs from the opening at Anzenberger Gallery on <a href="http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150718262788433.422675.49399813432&amp;type=1">Facebook</a>. The exhibition is running until April, 13th.</p>
<p><a title="Photos from the opening" href="http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150718262788433.422675.49399813432&amp;type=1#!/media/set/?set=a.10150718262788433.422675.49399813432&amp;type=1"><img class="alignnone size-full wp-image-4816" title="Opening night at Anzenberger Gallery" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/04/562831_10150718273458433_49399813432_9388525_761792559_n.jpg" alt="Opening night at Anzenberger Gallery" width="660" /></a></p>
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		<title>International Street Photography Awards</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2012/03/21/international-street-photography-award/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 10:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[International Street Photography Award]]></category>
		<category><![CDATA[Kay von Aspern]]></category>
		<category><![CDATA[London Festival of Photography]]></category>
		<category><![CDATA[Siegfried Hansen]]></category>

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		<description><![CDATA[Seconds2Real members <a href="http://www.lfph.org/gallery/international-award-2012/6824">Kay von Aspern</a> and <a href="http://www.lfph.org/gallery/international-award-2012/8988">Siegfried Hansen</a> are among the 16 finalists of this year&#8217;s International Street Photography Award and will be part of the finalist&#8217;s exhibition at <a href="http://www.lfph.org">London Festival of Photography</a> in June 2012. In 2012, over 2,400 photographers entered the second International Street Photography Awards. From a shortlist of <a href="http://www.seconds2real.com/2012/03/21/international-street-photography-award/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4790" title="Photo: Kay von Aspern" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/03/kay.jpg" alt="" width="650" height="433" /></p>
<p>Seconds2Real members <a href="http://www.lfph.org/gallery/international-award-2012/6824">Kay von Aspern</a> and <a href="http://www.lfph.org/gallery/international-award-2012/8988">Siegfried Hansen</a> are among the 16 finalists of this year&#8217;s International Street Photography Award and will be part of the finalist&#8217;s exhibition at <a href="http://www.lfph.org">London Festival of Photography</a> in June 2012.</p>
<p>In 2012, over 2,400 photographers entered the second International Street Photography Awards. From a shortlist of 50 photographers, 16 finalists were selected and will be included in the International Street Photography exhibition at 29-31 Oxford Street from 1 to 30 June 2012. The winner and two runners up will be revealed during the festival.</p>
<p>Check all the finalists <a href="http://www.lfph.org/gallery/international-award-2012">here</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4791" title="Photo: Siegfried Hansen" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/03/siggilondon.jpg" alt="" width="650" height="433" /></p>
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		<title>Siegfried Hansen featured in &#8220;Photographie&#8221;</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2012/03/21/siegfried-hansen-in-photographie/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 10:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[Siegfried Hansen]]></category>

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		<description><![CDATA[The March issue of the German magazine &#8220;<a href="http://photographie.de">Photographie</a>&#8221; contains a 6 page feature about Siegfried Hansen and his unique graphical street photography style. Along with some of his best photographs from the last view years, Hansen explains his approach and how the images were made. &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4782" title="Der erwartete Zufall - article about Siegfried Hansen" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/03/siggi1.jpg" alt="" width="660" height="441" /></p>
<p>The March issue of the German magazine &#8220;<a href="http://photographie.de">Photographie</a>&#8221; contains a 6 page feature about Siegfried Hansen and his unique graphical street photography style. Along with some of his best photographs from the last view years, Hansen explains his approach and how the images were made.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4783" title="Der erwartete Zufall - article about Siegfried Hansen" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/03/siggi2.jpg" alt="" width="660" height="446" /></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>fascination street goes vienna</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2012/01/18/fascination-street-goes-vienna-seconds2real-exhibition/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 19:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[Anzenberger Gallery]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Exhibition]]></category>
		<category><![CDATA[Street Photography]]></category>
		<category><![CDATA[Vienna]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Exhibition of Contemporary Austrian and German Street Photography at the Anzenberger Gallery in Vienna After the huge success of Seconds2Real&#8217;s &#8220;fascination street&#8221; exhibition in Berlin with more than 650 visitors last year, &#8220;fascination street&#8221; is now coming to Vienna. We are very pleased to announce our upcoming exhibition at Anzenberger Gallery in Vienna March 31st <a href="http://www.seconds2real.com/2012/01/18/fascination-street-goes-vienna-seconds2real-exhibition/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Exhibition of Contemporary Austrian and German Street Photography at the Anzenberger Gallery in Vienna</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4765" title="Friedrich Schiller" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20120118_1-ultron-TriX-Parlament-würfel-Kontrast.jpg" alt="Friedrich Schiller" width="660" height="440" /></p>
<p>After the huge success of Seconds2Real&#8217;s &#8220;fascination street&#8221; exhibition in Berlin with more than 650 visitors last year, &#8220;fascination street&#8221; is now coming to Vienna. We are very pleased to announce our upcoming exhibition at Anzenberger Gallery in Vienna March 31st &#8211; April 13th, 2012.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4774" title="Elisabeth Schuh" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20090211_Elisabeth_Schuh_02.jpg" alt="Elisabeth Schuh" width="660" height="436" /></p>
<p>In the exhibition “fascination street goes vienna” the photographic collective Seconds2Real shows contemporary street photography focusing on Germany and Austria. Opposed to the traditional strongholds of street photography like Paris, London or New York they are drawing attention to Berlin, Munich or Vienna. The long history of street photography is continued by the Seconds2Real photographers today with a contemporary view on public life.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4766" title="Siegfried Hansen" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20061027_s2r_siegfried_hansen.jpg" alt="Siegfried Hansen" width="660" height="440" /></p>
<p>Participating photographers are Alexander Magedler (Vienna), Andreas Stelter (Minden), Christian Reister (Berlin), Elisabeth Schuh (Vienna), Friedrich Schiller (Vienna), Guido Steenkamp (Berlin), Kay von Aspern (Vienna), Mario Cuic (Munic), Natalie Opocensky (Vienna), Siegfried Hansen (Hamburg) and Thorsten Strasas (Berlin).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4767" title="Christian Reister" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20100716_ChristianReister_Alex03.jpg" alt="Christian Reister" width="660" height="371" /></p>
<p>We would be happy to have the pleasure of welcoming you and invite you warmly to join us at the Vernissage, Friday, March 30th, 7pm. In parallel to the exhibition we will also do free Gallery Talks &amp; Tours attended by many of the Seconds2Real photographers. Please see Gallery Talks &amp; Tours dates below.</p>
<p>We are looking forward to meeting you!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4768" title="Kay von Aspern" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20110305_KayvonAspern-exhibVienna-1.jpg" alt="Kay von Aspern" width="660" height="440" /></p>
<p><strong>Location</strong><br />
Anzenberger Gallery<br />
Zeinlhofergasse 7 | A-1050 Wien<br />
<a href="http://maps.google.de/maps?q=Zeinlhofergasse+7,+Wien,+%C3%96sterreich&amp;hl=de&amp;ie=UTF8&amp;ll=48.194086,16.35772&amp;spn=0.011243,0.014162&amp;sll=48.193995,16.358051&amp;sspn=0.011243,0.014162&amp;vpsrc=0&amp;hnear=Zeinlhofergasse+7,+Margareten+1050+Wien,+%C3%96sterreich&amp;t=h&amp;z=16">Find it on google maps</a></p>
<p><strong>Running time and opening hours </strong><br />
March 31st – April 13th, 2012<br />
Mo &#8211; Fr 10am-6pm | Sat &#8211; Sun 2-5pm | closed April 8th and 9th<br />
Free admission</p>
<p><strong>Public Opening: Friday, March 30th, 7pm</strong><br />
Free admission</p>
<p><strong>Gallery Talk &amp; Tour</strong><br />
Saturday, March 31st, 2-5pm<br />
Sunday, April 1st, 2-5pm<br />
Saturday, April 7th, 2-5pm</p>
<p><a href="http://www.facebook.com/events/254964317905439/">&#8220;fascination street goes vienna&#8221; on Facebook</a> | <a href="http://www.anzenbergergallery.com/">Website anzenbergergallery.com</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4769" title="Guido Steenkamp" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/20111029_Guido-Steenkamp-02.jpg" alt="Guido Steenkamp" width="660" height="440" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Thorsten Strasas at FENSTER61</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2012/01/18/thorsten-strasas-at-fenster61/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 08:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Strasas]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[FENSTER61]]></category>

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		<description><![CDATA[Thorsten Strasas&#8217; series &#8220;Berlin. Grey.&#8221; ist currently on exhibition at FENSTER61. FENSTER61 is a Berliner photo exhibition place in a shop window in Mitte. The exhibition will be up until the 14th of February. From the press release: The urban human being lives. With and within major city architecture, as well as within the spaces <a href="http://www.seconds2real.com/2012/01/18/thorsten-strasas-at-fenster61/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-4695 alignnone" title="Foto: Thorsten Strasas" src="http://www.seconds2real.com/wp-content/uploads/2012/01/gross.jpg" alt="Foto: Thorsten Strasas" width="660" height="440" /></p>
<p>Thorsten Strasas&#8217; series &#8220;Berlin. Grey.&#8221; ist currently on exhibition at FENSTER61. FENSTER61 is a Berliner photo exhibition place in a shop window in Mitte. The exhibition will be up until the 14th of February.</p>
<p>From the press release:<br />
The urban human being lives. With and within major city architecture, as well as within the spaces of urban centers. Cramped or crushed to death by wideness, occasionally like a redundant relict out of a time when he himself was the center of the colony. Crowded to the border and left over – not knowing, whereto with himself and still meeting himself along the way.<br />
Thorsten Strasas sees and shows encounters between the human being and his environmental space. Pictures these moments and shows the rest of disappearing individuality in urban space.</p>
<p>More on the <a href="http://www.fenster61.de/portfolio/thorsten-strasas-berlin-grey">FENSTER61 website</a></p>
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		<title>Fascination Street Finissage</title>
		<link>http://www.seconds2real.com/2011/10/28/fascination-street-finissage/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 10:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Exhibition]]></category>
		<category><![CDATA[Fascination Street]]></category>
		<category><![CDATA[Finissage]]></category>
		<category><![CDATA[Street Photography]]></category>

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		<description><![CDATA[SecondsReal&#8217;s exhibition <a href="http://www.seconds2real.com/2011/10/06/fascination-street/">Fascination Street</a> will be closing this Sunday. Join us for a drink at the finissage on October 30th, 7pm. Check the <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=223792361020864">eventpage on Facebook</a> for details. If you can&#8217;t make it to visit the exhibition in Berlin check this new video on <a href="http://vimeo.com/31240722">vimeo</a>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SecondsReal&#8217;s exhibition <a href="http://www.seconds2real.com/2011/10/06/fascination-street/">Fascination Street</a> will be closing this Sunday. Join us for a drink at the finissage on October 30th, 7pm. Check the <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=223792361020864">eventpage on Facebook</a> for details.</p>
<p>If you can&#8217;t make it to visit the exhibition in Berlin check this new video on <a href="http://vimeo.com/31240722">vimeo</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4072" title="Fascination Street Exhibiton in Berlin" src="http://new.seconds2real.com/wp-content/uploads/2011/10/crel_20111016_259b.jpg" alt="Fascination Street Exhibiton in Berlin" width="500" height="281" /><br />
<span id="more-4069"></span></p>
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